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New Business Brauchen Agenturen einen Purpose?

Dass ein von Marken tatsächlich gelebter Purpose für Kunden ein Kaufargument sein kann, weiß jeder. Aber gilt das auch fürs Agenturgeschäft? Der New Business Spezialist Heiko Burrack geht der Frage nach.

Das Stichwort Purpose ist im Moment in aller Munde. Was versteht man darunter? Als Erklärung kann man sagen, es handelt sich um den Zweck eines Unternehmens. Um den Grund, weshalb ein Mitarbeiter morgens aufstehen und zur Arbeit gehen soll. Aus Sicht des Konsumenten geht es um den Grund, warum er ein Produkt ausgerechnet dieses Unternehmens kaufen soll.

Gerade Agenturen ermuntern ihre Kunden immer lauter, Zeit und Geld in die Entwicklung eines Purpose zu investieren und so einen wirklichen USP zu entwickeln. Wie sieht die Sache aber aus, wenn man die Frage spiegelt? Sind auch Agenturen besser beraten, über einen Purpose für sich nachzudenken? Oder ist die Sache ganz anders und der Purpose ist überhaupt kein Agentur-Auswahlkriterium?

Zuerst geht es um das Thema Kreativität

Für SAP ist Kreativität definitiv wichtiger als der Purpose einer Agentur. Aber natürlich schaue man sich dennoch jeden Dienstleister genau an, sagt ein Unternehmenssprecher des Software-Riesen: „Wir arbeiten nur mit Agenturen zusammen, die grundlegende Standards einhalten. Purpose bei uns aber kein Agenturauswahlkriterium für kommunikative Dienstleister. Themen wie Kreativität und dergleichen sind uns wichtiger.“

In die gleiche Kerbe schlägt der Produktmanager eines Frankfurter Süßwarenherstellers, der nicht namentlich genannt sein will. Er sagt: „Wenn Sie als Kunde einen starken Einkauf haben oder Profitziele bei ihnen im Fokus stehen, kann der Purpose noch so gut formuliert sein. Hakt es bei den finanziellen Kennzahlen, wird der Purpose schnell zweitrangig.“

Copyright: Pixabay

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New Business: Purpose kann ein wichtiges Auswahlkriterium sein

Es gibt aber auch Unternehmen, für die der Purpose durchaus ein Agentur-Auswahlkriteriumbeim New Business  ist. Meist haben diese selber einen tiefen Unternehmenszweck verankert. Dazu gehört Weleda, Hersteller von anthroposophischen Arzneimitteln und Naturkosmetik. Carina Röder, bei Weleda für die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum verantwortlich, sagt: „Wir haben vor einiger Zeit einen Pitch durchgeführt, bei dem wir drei Agenturen eingeladen haben. Ein wichtiges Auswahlkriterium war die Agenturgröße, da wir sicher sein wollten, dass unser Partner auch anspruchsvolle Projekte konzipieren und umsetzen kann. Wir haben uns viel Zeit für die Agenturen genommen, damit sie besser verstehen, was uns ausmacht. Auf der anderen Seite wollten wir aber auch wissen, wie Nachhaltigkeit von ihnen gelebt wird. Uns ist schnell klar geworden, dass wir hier stark auf unser Gefühl hören müssen. Ein ausschlaggebender Punkt bei der Wahl der Agentur war auch das harmonische Miteinander der Agenturmitarbeitenden und dass sie Spaß an der Arbeit haben. Wenn wir das mal unter dem Stichwort soziale Nachhaltigkeit zusammenfassen, so gibt es natürlich noch andere Dimensionen. Bei der ökologischen ist eine Beurteilung einfacher, da man hier auf Zertifikate und dergleichen zurückgreifen kann.“

Dieser Beitrag ist auch bei Werben und Verkaufen online erschienen.